Der Peugeot 208 ist der stilvolle Franzose unter den Kleinwagen: chic gezeichnet, mit dem markanten i-Cockpit im Innenraum und sparsamen Motoren. Von der ersten Generation (2012 bis 2019) bis zur zweiten (2019 bis heute) reicht das Angebot als Gebrauchter vom günstigen Stadtflitzer um die 7.000 Euro bis zum jungen Exemplar oder e-208 jenseits von 18.000 Euro.
“Peugeot 208 gebraucht” hat einen zentralen Knackpunkt, den jeder Käufer kennen muss: den 1.2 PureTech Turbo-Benziner mit nassem Zahnriemen (Steuerriemen im Öl). Dieser Motor ist verbreitet, sparsam und temperamentvoll, hat aber ein bekanntes Problem, das im schlimmsten Fall den Motor zerstört. Wer die Sache kennt und prüft, bekommt einen charmanten Kleinwagen. Wer sie ignoriert, kann teuer bezahlen.
Dieser Ratgeber führt Sie durch die Motoren, das Getriebe und die Schwachstellen, damit Sie ein gesundes Exemplar finden.
Welchen 208 kaufen: Generation und Motor
Die erste Generation (2012 bis 2019) ist heute günstig, aber technisch älter. Die zweite Generation (ab 2019) ist moderner, digitaler und wird auch als vollelektrischer e-208 angeboten. Ein Facelift der ersten Generation 2015 brachte den 1.2 PureTech in breiter Anwendung.
Der wichtigste Punkt ist die Wahl des Motors, denn hier entscheidet sich das Risiko. Klären Sie vor der Besichtigung genau, welche Motorvariante verbaut ist, und gleichen Sie das über die FIN ab. Wie Sie eine Fahrzeughistorie richtig lesen, zeigt der verlinkte Beitrag.
Benzinmotoren: der 1.2 PureTech und der wichtige Warnhinweis
Die Benziner reichen vom einfachen Saugmotor (1.0 und 1.2 VTi in frühen Modellen) bis zum verbreiteten 1.2 PureTech Turbo (Dreizylinder). Der PureTech ist agil und sparsam, hat aber ein zentrales Thema:
- Steuerriemen im Öl (nasser Zahnriemen): Der 1.2 PureTech Turbo nutzt einen im Ölbad laufenden Zahnriemen. Das Material kann mit den Jahren verschleißen und sich zersetzen, wobei Riemenpartikel die Ölansaugung verstopfen und einen Motorschaden verursachen können. Das ist ein bekanntes und viel diskutiertes Thema. Prüfen Sie unbedingt, ob der Riemen im vorgeschriebenen Intervall gewechselt wurde, und ob nur die freigegebene Ölsorte verwendet wird. Der Wechsel des Riemens (oder in neueren Serviceplänen früher als ursprünglich vorgesehen) ist Pflicht. Mehr im Beitrag Zahnriemen oder Steuerkette.
- Ölverbrauch und Ölstand: Beim PureTech regelmäßig kontrollieren.
Die einfachen Saugbenziner (VTi) sind unkomplizierter und ohne das Riemen-im-Öl-Thema, aber schwächer und weniger sparsam. Für Käufer, die maximale Sorglosigkeit wollen, sind sie eine Überlegung wert, sofern verfügbar.
Diesel: die HDi/BlueHDi-Motoren
Die Diesel sind die 1.4 und 1.6 HDi (später BlueHDi) Motoren. Sie sind sparsam und für Vielfahrer gedacht, bringen aber die klassischen Diesel-Kontrollpunkte mit:
- DPF und Additivsystem: PSA-Diesel nutzen ein Additiv zur DPF-Regeneration, das nachgefüllt werden muss. Wie Sie einen verstopften DPF erkennen, lesen Sie im verlinkten Beitrag.
- AGR-Ventil: Verkokung durch Ruß, typisch bei Stadtbetrieb.
- Injektoren und Turbo-Ölsieb: beim 1.6 HDi ein bekannter Kontrollpunkt.
Der Diesel lohnt sich im kleinen 208 nur bei echten Langstrecken, wie der Beitrag Benziner, Diesel, Hybrid oder Elektro gebraucht erklärt. Für den typischen Stadteinsatz ist ein Benziner die bessere Wahl. Da der 208 überwiegend als Stadt- und Pendlerauto genutzt wird, sind viele Diesel-Exemplare mit einem für sie ungünstigen Kurzstreckenprofil unterwegs, was DPF und AGR zusetzt. Ein Diesel-208 ist nur dann eine gute Wahl, wenn die Vorgeschichte klar auf Langstrecke hindeutet.
Getriebe
Der Handschalter ist die verbreitete, unkomplizierte Wahl, hier prüfen Sie nur die Kupplung. Die Automatik (in der ersten Generation die ältere ETG-Automatisierung, in der zweiten Generation die moderne EAT8-Wandlerautomatik) sollte sauber schalten. Die ältere ETG-Halbautomatik ruckelt konstruktionsbedingt und ist wenig komfortabel, das ist normal, aber kein angenehmes Fahrverhalten. Die neuere EAT8 ist deutlich besser. Jede Auffälligkeit ist ein Argument für die Preisverhandlung.
Karosserie, Fahrwerk und Elektronik
Der 208 ist solide gebaut, aber ein paar Punkte tauchen auf:
- Elektronik und i-Cockpit: Testen Sie das digitale Kombiinstrument, den Touchscreen, die Kamera und alle elektrischen Funktionen. Frühe Modelle hatten mehr Elektronik-Themen.
- Fahrwerk: Koppelstangen, Buchsen und hintere Lager verschleißen, Klappern abhören.
- Rost: Radläufe, Schweller und Unterboden bei älteren Exemplaren kontrollieren.
- Klimaanlage: Kühlleistung testen.
- Beim e-208: Batteriezustand auslesen und Ladeverhalten prüfen, hier gelten die Regeln des gebrauchten Elektroautos.
Ein systematischer Rundgang mit Schichtdickenmessgerät entlarvt einen als unfallfrei angebotenen Unfallwagen.
Was kostet ein gebrauchter Peugeot 208 in Deutschland
Grobe Orientierung nach Generation, Motor und Laufleistung:
- 208 (I) 2014 bis 2017, 1.2 PureTech oder 1.6 HDi, 90.000 bis 160.000 km: meist 6.500 bis 10.000 Euro.
- 208 (I) 2018 bis 2019 oder früher 208 (II), gepflegt: meist 10.000 bis 15.000 Euro.
- 208 (II) 2020 bis 2022 oder e-208, niedrige Laufleistung: meist 15.000 bis 20.000 Euro.
Ein auffallend günstiges Exemplar kann einen fälligen Riemenwechsel, versteckte Mängel oder einen gedrehten Tacho bedeuten. Den zurückgedrehten Tacho erkennen und die Laufleistung einordnen mit wie viele Kilometer zu viel sind.
Worauf achten und was über die FIN prüfen
Als Checkliste für den 208:
- Beim 1.2 PureTech den Wechsel des nassen Zahnriemens im Serviceheft nachweisen lassen, das ist der wichtigste Punkt.
- Ölstand und Ölsorte beim PureTech kontrollieren.
- Beim Diesel DPF, Additivsystem, AGR und Injektoren prüfen.
- Automatik: ältere ETG ruckelt bauartbedingt, EAT8 sollte weich schalten.
- Elektronik und i-Cockpit durchtesten.
- FIN-Historie: Vorbesitzer, HU-Berichte, Schäden, Import.
Wie eine strukturierte Prüfung abläuft, beschreibt der Beitrag Gebrauchtwagen prüfen in Deutschland.
Wie MotoPPI beim 208-Kauf hilft
Gerade beim 1.2 PureTech mit seinem kritischen nassen Zahnriemen zählt die dokumentierte Wartung. MotoPPI ruft die Historie über die FIN ab, führt Sie durch eine modellspezifische Checkliste mit den Schwachstellen des 208, hilft beim OBD-Auslesen und beim Messen der Lackdicke und erstellt einen Bericht für die Verhandlung. Die erste Prüfung ist kostenlos.
Lesen Sie auch
- Gebrauchtwagen prüfen in Deutschland
- Zahnriemen oder Steuerkette
- Citroen C5 gebraucht: Mängel
- Probefahrt-Checkliste
FAQ
Ist der 1.2 PureTech im Peugeot 208 zuverlässig?
Er ist sparsam und agil, nutzt aber einen nassen Zahnriemen (Steuerriemen im Öl), der bei Verschleiß den Motor schädigen kann. Ein dokumentierter Riemenwechsel im Intervall und die richtige Ölsorte sind entscheidend. Ohne diesen Nachweis ist Vorsicht geboten.
Welcher 208-Motor ist am unkompliziertesten?
Die einfachen Saugbenziner (VTi der ersten Generation) haben nicht das Riemen-im-Öl-Thema, sind aber schwächer und weniger sparsam. Beim PureTech steht und fällt alles mit der dokumentierten Wartung.
Benziner oder Diesel im 208?
Für den typischen Stadteinsatz der Benziner. Der Diesel lohnt sich nur bei hohen Autobahn-Laufleistungen.
Was kostet ein gebrauchter Peugeot 208?
Grob von rund 6.500 Euro für ein frühes Exemplar bis etwa 20.000 Euro für einen jungen 208 der zweiten Generation oder einen e-208.
Was ist der wichtigste Kontrollpunkt beim 208?
Beim verbreiteten 1.2 PureTech der Zustand und der dokumentierte Wechsel des nassen Zahnriemens sowie der Ölstand. Beim Diesel DPF, Additivsystem und AGR.