Der Mitsubishi ASX ist der unaufgeregte Dauerläufer unter den Kompakt-SUV: lange gebaut, günstig in der Anschaffung und mit einem Ruf für solide Grundmechanik. Von 2010 bis 2023 blieb er im Prinzip dieselbe Plattform, immer wieder überarbeitet, und genau das macht ihn als Gebrauchten interessant. Das Angebot reicht vom frühen Exemplar für rund 6.000 Euro bis zum späten, gut ausgestatteten Modell jenseits von 18.000 Euro.
“Mitsubishi ASX gebraucht” ist trotzdem keine einheitliche Kaufentscheidung. Über die lange Bauzeit gab es unterschiedliche Motoren, ein CVT-Getriebe mit eigenem Ruf und mehrere Facelifts, die Ausstattung und Elektronik verbessert haben. Wer die Schwachstellen kennt, findet einen zuverlässigen ASX, der problemlos hohe Laufleistungen erreicht.
Dieser Ratgeber führt Sie durch die Motoren, das Getriebe und die typischen Schwachstellen, damit Sie ein gesundes Exemplar erwischen.
Welchen ASX kaufen: Baujahr und Facelift
Der ASX kam 2010 auf den Markt und wurde bis 2023 gebaut, mit mehreren Faceliftstufen (unter anderem 2013, 2016 und 2019). Frühe Exemplare sind günstig, aber technisch und beim Infotainment einfach gestrickt. Spätere Baujahre ab etwa 2017 bieten mehr Sicherheitsausstattung, moderneres Infotainment und Detailverbesserungen.
Ein wichtiger Punkt: Über die Jahre wurde das Motorenangebot verändert. Die frühen Diesel verschwanden mit strengeren Abgasnormen, in späteren Jahren dominierten die Benziner. Klären Sie vor der Besichtigung die genaue Motorvariante aus dem Inserat und gleichen Sie sie über die FIN ab. Wie Sie eine Fahrzeughistorie richtig lesen, zeigt der verlinkte Beitrag.
Benzinmotoren
Die Benziner im ASX (verbreitet der 1.6 MIVEC Saugmotor mit rund 115 bis 117 PS, in einigen Baujahren ein 2.0 MIVEC) gelten als robust und unkompliziert. Es handelt sich um Saugmotoren ohne die typischen Downsizing-Turbo-Probleme, was der Haltbarkeit zugutekommt.
Worauf Sie achten sollten:
- Steuerkette: Die MIVEC-Motoren nutzen eine Kette, die als haltbar gilt, aber saubere Ölwechsel braucht. Rasseln beim Kaltstart abhören.
- Ölverbrauch: Bei hoher Laufleistung Ölstand prüfen und nach Nachfüllmengen fragen.
- Leistung: Der 1.6 ist für das Gewicht des SUV sparsam, aber nicht übermotorisiert, der 2.0 fährt souveräner und passt besser zum optionalen Allrad.
Für Stadt und Kurzstrecke ist der Benziner die sorgloseste Wahl im ASX. Ein wichtiger Punkt bei einem so lange gebauten Modell: Über die Jahre verbesserte Mitsubishi Details an Motor, Fahrwerk und Ausstattung. Ein spätes Exemplar profitiert von diesen Anpassungen und ist meist die reifere Wahl, auch wenn die Grundmechanik über die gesamte Bauzeit ähnlich blieb. Lassen Sie sich vom günstigen Preis eines sehr frühen ASX nicht dazu verleiten, den Zustand zu vernachlässigen.
Diesel: 1.6 und 1.8 DID
Die Diesel im ASX waren vor allem der 1.8 DID und später der 1.6 DID (teils aus der Kooperation mit anderen Herstellern stammend). Sie sind kräftig und sparsam, bringen aber die klassischen Diesel-Kontrollpunkte mit:
- DPF: Kurzstreckenbetrieb setzt den Partikelfilter zu. Wie Sie einen verstopften DPF erkennen, lesen Sie im verlinkten Beitrag.
- AGR-Ventil: Verkokung durch Ruß und Ölkohle, typisch bei Stadtbetrieb.
- Zweimassenschwungrad: Bei hoher Laufleistung Vibrationen und Rasseln im Leerlauf abhören, ein defektes Zweimassenschwungrad wird teuer.
- Injektoren und Turbolader: Bei höheren Laufleistungen kontrollieren.
Der Diesel im ASV lohnt sich nur bei echten Langstrecken. Für den typischen Kurzstrecken-ASX ist ein Benziner fast immer die bessere Wahl, wie der Beitrag Benziner, Diesel, Hybrid oder Elektro gebraucht erklärt.
Getriebe: Handschalter und CVT
Der Handschalter ist die einfachste und unkomplizierteste Variante im ASX, hier gibt es keine großen Überraschungen, prüfen Sie nur die Kupplung.
Das CVT-Getriebe (stufenlose Automatik) verdient besondere Aufmerksamkeit. CVT-Getriebe reagieren empfindlich auf vernachlässigte Ölwechsel und auf harte Beanspruchung. Bewerten Sie es auf der Probefahrt gründlich:
- Sauberer, ruckfreier Antritt ohne Rutschen.
- Kein Heulen oder Jaulen aus dem Getriebe.
- Gleichmäßiger Kraftaufbau ohne “Gummiband-Effekt”, der plötzlich abreißt.
Fragen Sie unbedingt nach dem Wechsel des CVT-Öls, das ist für die Haltbarkeit dieser Getriebeart entscheidend. Ein vernachlässigtes CVT kann teuer werden, mehr dazu im Beitrag Getriebeprobleme erkennen. Jede Auffälligkeit ist ein Argument für die Preisverhandlung.
Karosserie, Fahrwerk und Elektronik
Der ASX ist solide gebaut, aber ein paar Punkte tauchen regelmäßig auf:
- Rost: Prüfen Sie bei älteren Exemplaren aus salzreichen Regionen Radläufe, Schweller und Unterboden sowie die Bremsleitungen.
- Fahrwerk: Koppelstangen, Buchsen und Domlager verschleißen, Klappern über Fahrbahnschwellen abhören.
- Elektronik und Infotainment: Bei frühen Exemplaren ist das Infotainment simpel und teils zickig, testen Sie Bildschirm, Kamera und alle elektrischen Funktionen.
- Panorama-Glasdach: In gut ausgestatteten Versionen vorhanden, auf Undichtigkeiten und Wasserflecken im Innenraum achten.
- Klimaanlage: Funktion und Kühlleistung prüfen.
Ein systematischer Rundgang mit Schichtdickenmessgerät entlarvt einen als unfallfrei angebotenen Unfallwagen.
Was kostet ein gebrauchter Mitsubishi ASX in Deutschland
Grobe Orientierung nach Baujahr, Motor und Laufleistung:
- ASX 2011 bis 2014, 1.6 Benziner oder 1.8 DID, 130.000 bis 200.000 km: meist 6.000 bis 9.000 Euro.
- ASX 2015 bis 2018, 1.6 Benziner, gepflegt: meist 9.000 bis 14.000 Euro.
- ASX 2019 bis 2022, niedrige Laufleistung, gute Ausstattung: meist 14.000 bis 19.000 Euro.
Ein auffallend günstiges Exemplar ist auch hier ein Warnsignal für versteckte Mängel oder einen gedrehten Tacho. Den zurückgedrehten Tacho erkennen und die Laufleistung einordnen mit wie viele Kilometer zu viel sind.
Worauf achten und was über die FIN prüfen
Als Checkliste für den ASX:
- Motor bestimmen: Benziner für Stadt, Diesel nur bei Langstrecke.
- CVT-Getriebe auf der Probefahrt gründlich testen und nach Ölwechsel fragen.
- Beim Diesel DPF, AGR und Zweimassenschwungrad prüfen.
- Steuerkette des Benziners beim Kaltstart abhören.
- Rost an Radläufen und Unterboden älterer Exemplare kontrollieren.
- FIN-Historie: Vorbesitzer, HU-Berichte, Schäden, Import.
Wie eine strukturierte Prüfung abläuft, beschreibt der Beitrag Gebrauchtwagen prüfen in Deutschland.
Wie MotoPPI beim ASX-Kauf hilft
Statt einen Mechaniker zu jeder Besichtigung mitzunehmen, machen Sie mit MotoPPI eine geordnete Prüfung selbst. Die App ruft die Historie über die FIN ab, führt Sie durch eine modellspezifische Checkliste mit den Schwachstellen des ASX (etwa das CVT und die Diesel-Kontrollpunkte), hilft beim Messen der Lackdicke und beim OBD-Auslesen und erstellt einen Bericht für die Verhandlung. Die erste Prüfung ist kostenlos.
Lesen Sie auch
- Gebrauchtwagen prüfen in Deutschland
- Automatikgetriebe-Typen: DSG, CVT, Wandler
- Probefahrt-Checkliste
- Autopreis verhandeln
FAQ
Welcher Motor im Mitsubishi ASX ist am haltbarsten?
Die Benziner-Saugmotoren (1.6 und 2.0 MIVEC) gelten als robust und unkompliziert, da sie ohne Turbo auskommen. Für Stadt und Kurzstrecke sind sie die sorgloseste Wahl.
Ist das CVT-Getriebe im ASX zuverlässig?
Das CVT ist grundsätzlich brauchbar, reagiert aber empfindlich auf vernachlässigte Ölwechsel und harte Beanspruchung. Testen Sie es auf der Probefahrt gründlich und fragen Sie nach dem Ölwechselnachweis.
Benziner oder Diesel im ASX?
Für den typischen Alltag und Kurzstrecke der Benziner. Der Diesel lohnt sich nur bei hohen Autobahn-Laufleistungen.
Was kostet ein gebrauchter Mitsubishi ASX?
Grob von rund 6.000 Euro für ein frühes Exemplar mit hoher Laufleistung bis etwa 19.000 Euro für ein spätes, gepflegtes Modell.
Ist der ASX ein zuverlässiges Auto?
In der Grundmechanik ja, viele ASX erreichen hohe Laufleistungen. Wichtig sind gepflegte Ölwechsel, ein gesundes CVT (falls vorhanden) und bei Dieseln ein Langstreckenprofil.