In Fahrzeuganzeigen stolpert man ständig über Abkürzungen und Systemnamen: Keyless Go, PDC, Tempomat, ACC, Spurhalteassistent. Für Neulinge klingt das wie eine fremde Sprache, und beim Gebrauchtwagenkauf weiß man oft nicht, was davon wirklich nützlich ist und was nur Marketing. Dabei sind viele dieser Systeme im Alltag eine echte Erleichterung, andere sind reine Komfortfeatures. In diesem Beitrag erklären wir die wichtigsten Komfort- und Assistenzsysteme im Auto in verständlichen Worten: Keyless Go, PDC und Tempomat, plus ein paar Verwandte.
Diese Systeme gehören zur Kategorie Komfort und Sicherheit. Sie greifen nicht in die Grundfunktion des Autos ein, machen das Fahren aber bequemer und in manchen Fällen sicherer. Gehen wir sie der Reihe nach durch.
Keyless Go: schlüsselloses Starten
Keyless Go (bei anderen Herstellern auch Keyless Entry, Comfort Access oder Smart Key genannt) bedeutet, dass Sie den Schlüssel gar nicht mehr in die Hand nehmen müssen. Der Schlüssel bleibt in der Tasche, und sobald Sie den Türgriff berühren, entriegelt das Auto. Zum Starten drücken Sie einfach einen Startknopf, während der Schlüssel im Fahrzeug ist.
Das funktioniert über Funksignale zwischen Schlüssel und Fahrzeug. Der praktische Nutzen ist unbestritten, gerade wenn man die Hände voll hat. Es gibt aber zwei Nachteile: Erstens kann eine leere Schlüsselbatterie das Ganze lahmlegen, dann braucht man die Notfunktion. Zweitens sind Keyless-Systeme anfällig für den sogenannten Relay-Angriff, bei dem Diebe das Funksignal verlängern und das Auto öffnen. Ein Schutz sind Funkschlüssel-Boxen oder das Deaktivieren der Funkfunktion über Nacht. Wenn ein Keyless-Schlüssel den Dienst verweigert, hilft der Beitrag Wegfahrsperre defekt weiter.
PDC: die Einparkhilfe
PDC steht für “Park Distance Control”, auf Deutsch Einparkhilfe. Kleine Ultraschallsensoren in Stoßstange und Heck messen den Abstand zu Hindernissen. Je näher Sie kommen, desto schneller piept es, bis der Ton bei sehr geringem Abstand dauerhaft wird. Viele Autos zeigen zusätzlich eine grafische Darstellung im Display.
PDC gibt es nur hinten, vorne und hinten oder in Kombination mit einer Rückfahrkamera. Für alle, die viel in der Stadt parken, ist das eine echte Hilfe und schützt vor teuren Parkremplern. Achten Sie beim Gebrauchtwagen darauf, dass alle Sensoren funktionieren, ein defekter Sensor führt oft zu Dauerpiepen oder Fehlfunktionen des ganzen Systems. Ein Sensortausch ist meist nicht teuer, aber lästig.
Tempomat und ACC: konstante Geschwindigkeit
Der Tempomat (Geschwindigkeitsregelanlage) hält das Auto auf einer eingestellten Geschwindigkeit, ohne dass Sie das Gaspedal treten müssen. Praktisch auf langen Autobahnfahrten, wo es den Fuß entlastet und hilft, unbewusstes Schnellerwerden zu vermeiden.
Die Weiterentwicklung heißt ACC (Adaptive Cruise Control, adaptiver Tempomat). Dabei misst ein Radar oder eine Kamera den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und passt die Geschwindigkeit automatisch an, bremst also ab, wenn es voraus langsamer wird, und beschleunigt wieder, wenn die Bahn frei ist. Im Stop-and-go-Verkehr ist das ein großer Komfortgewinn. Ein einfacher Tempomat ist bei fast allen Gebrauchten dabei, ACC eher bei jüngeren oder besser ausgestatteten Fahrzeugen.
Weitere Systeme, die oft genannt werden
Damit Sie in Anzeigen den Überblick behalten, hier ein paar weitere gängige Systeme:
- Auto Hold: Hält das Auto beim Anhalten automatisch fest, ohne dass Sie auf der Bremse bleiben müssen. Mehr dazu im Beitrag Auto Hold und Assistenzsysteme.
- Spurhalteassistent: Warnt oder lenkt gegen, wenn Sie unbeabsichtigt die Spur verlassen.
- Totwinkelassistent: Warnt, wenn im toten Winkel ein Fahrzeug ist.
- Berganfahrassistent: Verhindert das Zurückrollen am Berg beim Anfahren.
Viele dieser Kürzel tauchen in Gebrauchtwagenanzeigen auf. Was die technischen Abkürzungen wie ESP, ABS oder DSG bedeuten, erklärt der Beitrag Auto-Abkürzungen: EPC, TDI, ESP, ABS, DPF, DSG.
Worauf beim Gebrauchtwagenkauf achten?
Komfortsysteme sind toll, aber jedes zusätzliche System kann auch kaputtgehen und Reparaturkosten verursachen. Prüfen Sie beim Kauf, ob alle beworbenen Systeme wirklich funktionieren: Testen Sie die Einparksensoren, aktivieren Sie den Tempomat auf der Probefahrt und probieren Sie Keyless Go mit beiden Schlüsseln aus. Ein Verkäufer, der Ausstattung anpreist, sollte sie auch vorführen können.
Genau bei solchen Kontrollen hilft die App MotoPPI. Die Checkliste führt Sie Punkt für Punkt durch die Ausstattung und Funktionen, und über einen OBD2-Adapter lesen Sie die Fehlerspeicher aus, sodass elektronische Fehler an Sensoren und Steuergeräten nicht verborgen bleiben. So zahlen Sie nicht für Ausstattung, die in Wahrheit defekt ist. Wie Sie einen Gebrauchtwagen systematisch prüfen, fasst der Beitrag Gebrauchtwagen prüfen in Deutschland zusammen.
Kurz gesagt
Keyless Go, PDC und Tempomat gehören zu den beliebtesten Komfortsystemen im Auto. Keyless Go erlaubt das schlüssellose Öffnen und Starten, PDC hilft beim Einparken, der Tempomat hält die Geschwindigkeit, und ACC macht daraus einen abstandsgeregelten Assistenten. All das erleichtert den Alltag, kann aber auch kaputtgehen. Beim Gebrauchtwagenkauf gilt deshalb: alle beworbenen Systeme ausprobieren und nicht blind auf die Anzeige vertrauen. Dann haben Sie an Keyless und Co lange Freude.