Der Sprit ist für die meisten Autofahrer der größte laufende Kostenblock, noch vor Versicherung und Wartung. Trotzdem wissen viele gar nicht genau, was ihr Auto wirklich verbraucht und was sie das im Monat oder Jahr kostet. Dabei ist das Berechnen der Spritkosten und des Verbrauchs kinderleicht, man braucht nur eine einfache Formel und zwei Tankstopps. Und wer den eigenen Verbrauch kennt, kann ihn gezielt senken und über das Jahr mehrere hundert Euro sparen.
Der Grund, warum sich das lohnt: Ein Unterschied von nur einem Liter auf 100 Kilometer summiert sich bei einer üblichen Jahresfahrleistung schnell zu einem dreistelligen Betrag. Und der Verbrauch, den der Hersteller angibt, weicht in der Praxis oft deutlich vom realen Verbrauch ab. Nur wer selbst nachrechnet, weiß, wo er wirklich steht.
Rechnen Sie es im Spritverbrauch-Rechner aus - Strecke, Liter und Preis eingeben, Ergebnis sofort.
Verbrauch berechnen: die einfache Formel
Der Verbrauch wird in Litern pro 100 Kilometer angegeben. So rechnen Sie ihn selbst aus:
- Tanken Sie voll und notieren Sie den Kilometerstand (oder setzen Sie den Tageskilometerzähler auf null).
- Fahren Sie ganz normal, bis der Tank etwa halb leer oder leer ist.
- Tanken Sie erneut voll und notieren Sie, wie viele Liter Sie getankt haben und wie viele Kilometer Sie gefahren sind.
Die Formel lautet:
Verbrauch (l/100 km) = getankte Liter geteilt durch gefahrene Kilometer, mal 100
Ein Beispiel: Sie haben 45 Liter getankt und sind seit dem letzten Volltanken 600 Kilometer gefahren. Dann rechnen Sie 45 geteilt durch 600, macht 0,075, mal 100 ergibt 7,5 Liter auf 100 Kilometer. Wichtig ist, immer bis zur ersten Abschaltung der Zapfsäule vollzutanken, sonst wird das Ergebnis ungenau.
Spritkosten berechnen
Sobald Sie den Verbrauch kennen, sind die Spritkosten schnell berechnet. Sie brauchen nur den aktuellen Kraftstoffpreis:
Kosten pro 100 km = Verbrauch mal Kraftstoffpreis pro Liter
Bei 7,5 Litern und einem Preis von zum Beispiel 1,80 Euro pro Liter kostet Sie eine Strecke von 100 Kilometern also 13,50 Euro. Für die Jahreskosten multiplizieren Sie das mit Ihrer Jahresfahrleistung. Bei 15.000 Kilometern im Jahr wären das rund 2.025 Euro nur für Sprit. Sie sehen, warum sich Sparen lohnt.
Diese Kosten sind ein wichtiger Teil der gesamten laufenden Ausgaben. Wie sich Sprit, Versicherung, Steuer und Wartung zusammenrechnen, zeigt der Beitrag Unterhaltskosten eines Gebrauchtwagens.
Warum weicht der reale Verbrauch ab?
Der vom Hersteller angegebene Normverbrauch wird unter Laborbedingungen ermittelt und liegt fast immer unter dem, was man im Alltag erreicht. Gründe sind Stadtverkehr, Klimaanlage, Kurzstrecken, Beladung, Fahrstil und Witterung. Ein realistischer Aufschlag von einem bis zwei Litern gegenüber dem Prospektwert ist normal. Wer beim Autokauf vergleicht, sollte deshalb auf reale Verbrauchswerte achten, nicht nur auf den Katalog.
Verbrauch senken: das bringt wirklich etwas
Sie können Ihren Verbrauch mit ein paar Gewohnheiten spürbar senken, ganz ohne technische Umbauten:
- Vorausschauend fahren: Früh vom Gas gehen, Schwung nutzen, unnötiges Bremsen und Beschleunigen vermeiden. Das bringt am meisten.
- Früh hochschalten: Niedrige Drehzahlen sparen Sprit, ohne dem Motor zu schaden.
- Reifendruck prüfen: Zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand und den Verbrauch messbar. Mehr dazu im Beitrag Reifendruck prüfen und RDKS.
- Ballast raus: Jedes Kilo im Kofferraum kostet Sprit. Dachboxen und Träger nach Gebrauch abnehmen, denn sie erhöhen den Luftwiderstand stark.
- Klimaanlage bewusst nutzen: Sie erhöht den Verbrauch, bei hohem Tempo ist sie aber sparsamer als offene Fenster.
- Motor nicht warmlaufen lassen: Im Stand verbraucht das nur Sprit. Einfach losfahren und schonend warmfahren.
Auch der technische Zustand spielt mit. Ein verschmutzter Luftfilter, defekte Lambdasonde, schleifende Bremsen oder ein Motor, der schlecht läuft, treiben den Verbrauch hoch. Ein plötzlich stark gestiegener Verbrauch kann ein Warnsignal für einen technischen Defekt sein. Was die Motorkontrollleuchte in dem Zusammenhang bedeutet, erklärt der Beitrag Motorkontrollleuchte leuchtet.
Verbrauch als Kaufkriterium
Beim Kauf eines Gebrauchten lohnt es sich, den realen Verbrauch einzuschätzen und den technischen Zustand zu prüfen, denn ein durstiges oder schlecht gewartetes Auto kostet über die Jahre viel Geld. Fragen Sie den Verkäufer nach dem tatsächlichen Verbrauch und achten Sie auf Anzeichen für Mehrverbrauch.
Die App MotoPPI hilft beim Kauf mit einer Checkliste und dem Auslesen der Fehlerspeicher über einen OBD2-Adapter, sodass Sie erkennen, ob Motor, Abgassystem und Sensoren in Ordnung sind, also genau die Dinge, die den Verbrauch beeinflussen. So vermeiden Sie ein Auto, das Sie an der Tankstelle arm macht. Wie Sie den Zustand insgesamt prüfen, zeigt der Beitrag Gebrauchtwagen prüfen in Deutschland.
Kurz gesagt
Verbrauch und Spritkosten zu berechnen ist einfach: getankte Liter durch gefahrene Kilometer mal 100 ergibt den Verbrauch, mal Kraftstoffpreis ergibt die Kosten. Der reale Verbrauch liegt fast immer über dem Katalogwert. Senken lässt er sich vor allem durch vorausschauendes Fahren, richtigen Reifendruck und wenig Ballast, dazu ein technisch gesundes Auto. Wer einmal im Monat kurz nachrechnet, behält die Kosten im Griff und findet schnell heraus, wenn etwas nicht stimmt.