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Reifen: wann wechseln, Profiltiefe messen, DOT lesen
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Reifen: wann wechseln, Profiltiefe messen, DOT lesen

Reifen wann wechseln: Profiltiefe und gesetzliche Grenze, DOT-Nummer und Reifenalter lesen, Sommer- gegen Winterreifen und was neue Reifen kosten.

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Reifen sind der einzige Kontakt zwischen Auto und Straße, vier Flächen so groß wie deine Handflächen. Trotzdem behandeln viele sie stiefmütterlich und fahren, bis das Profil fast weg ist oder der Gummi steinhart geworden ist. Dabei entscheiden gute Reifen über Bremsweg, Aquaplaning und Grip, gerade bei Nässe und im Winter. Zu wissen, wann man Reifen wechseln muss, ist deshalb keine Nebensache.

Beim Reifen geht es um mehr als das Profil. Auch das Alter zählt, denn Gummi altert und verliert Grip, selbst wenn noch viel Profil da ist. Und beim Gebrauchtwagenkauf verraten die Reifen oft mehr über das Auto, als der Verkäufer erzählt.

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Profiltiefe: was erlaubt ist und was sinnvoll

In Deutschland liegt die gesetzliche Mindestprofiltiefe bei 1,6 Millimeter. Wer darunter fährt, riskiert Bußgeld, Punkte und im Schadenfall Ärger mit der Versicherung. Aber ehrlich: 1,6 Millimeter sind ein Sicherheitsminimum, kein guter Wert.

Messen kannst du mit einem Profiltiefenmesser für ein paar Euro. Ein schneller Trick ist die Ein-Euro-Münze: Verschwindet der goldene Rand (etwa 3 Millimeter) im Profil, ist noch genug da. Guckt er heraus, wird es Zeit. Achte auch auf ungleichmäßigen Abrieb, der auf ein Fahrwerks- oder Spurproblem hindeutet.

Das Reifenalter über die DOT-Nummer lesen

Auf jeder Reifenflanke steht eine DOT-Nummer. Die letzten vier Ziffern verraten das Herstellungsdatum: Die ersten beiden sind die Kalenderwoche, die letzten beiden das Jahr. Ein Reifen mit der Endung 2523 wurde also in der 25. Woche 2023 produziert.

Warum das wichtig ist: Gummi altert. Auch ein Reifen mit viel Profil kann hart und rissig werden. Als grobe Faustregel gelten Reifen ab etwa sechs Jahren als kritisch und spätestens nach zehn Jahren als überaltert, unabhängig vom Profil. Prüf die Flanken auf feine Risse, das ist ein klares Alterszeichen.

Beim Gebrauchtwagen lohnt der Blick auf die DOT besonders: Ein Auto mit steinalten Reifen wurde oft stiefmütterlich gepflegt, oder es stand lange.

Sommer, Winter oder Ganzjahr?

In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei Schnee, Glätte und Matsch müssen Winterreifen (oder geeignete Ganzjahresreifen) drauf sein, erkennbar am Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke). Das reine M+S-Kennzeichen reicht bei neueren Reifen nicht mehr.

Faustregel für den Wechsel: von O bis O, also von Ostern bis Oktober Sommerreifen. Wer viel im Gebirge oder im schneereichen Norden fährt, ist mit echten Winterreifen besser bedient als mit Ganzjahresreifen.

Kosten im Überblick

Ein zweiter Satz Felgen für die Winterreifen kostet zwar erst mal Geld, spart aber langfristig, weil dann nur die Räder getauscht werden statt jedes Mal die Reifen von der Felge zu ziehen.

Beim Autokauf auf die Reifen achten

Die Reifen sind ein unterschätzter Prüfpunkt und schnell mit ein paar Handgriffen kontrolliert:

Ein Satz fälliger Reifen ist ein guter Verhandlungspunkt, denn 300 bis 600 EUR fallen bald an. Solche planbaren Ausgaben gehören in die Unterhaltskosten für Gebrauchtwagen. Die App MotoPPI führt dich durch die komplette Fahrzeuginspektion, sodass du bei der Besichtigung nichts vergisst, und die Probefahrt-Checkliste zeigt, worauf du beim Fahren zusätzlich achtest.

Reifendruck und Lagerung nicht vergessen

Der beste Reifen bringt wenig, wenn der Luftdruck nicht stimmt. Zu wenig Druck erhöht Verschleiß und Verbrauch und kann bei hohem Tempo gefährlich werden, zu viel Druck verschlechtert den Grip. Den richtigen Druck findest du auf einem Aufkleber in der Türöffnung oder im Tankdeckel. Prüf ihn etwa einmal im Monat und vor langen Fahrten, am besten bei kalten Reifen.

Auch die Lagerung der Saisonreifen zählt. Reifen ohne Felge lagert man stehend und dreht sie ab und zu, Reifen auf Felge liegend oder hängend. Kühl, trocken und dunkel ist ideal, fern von Ölen und Lösungsmitteln. Falsch gelagerte Reifen altern schneller und verlieren an Grip.

FAQ

Wie lese ich die Reifengröße?

Eine Bezeichnung wie 205/55 R16 91V bedeutet: 205 Millimeter Breite, Höhe 55 Prozent der Breite, Radialbauart, 16 Zoll Felgendurchmesser, 91 Tragfähigkeitsindex und V die Geschwindigkeitskategorie. Beim Neukauf müssen diese Werte zum Auto passen.

Darf ich Reifen mit unterschiedlichem Profil montieren?

Auf einer Achse sollten die Reifen immer gleich sein (Marke, Profil, Zustand). Unterschiedliche Reifen links und rechts verschlechtern die Fahrstabilität. Ideal sind vier gleiche Reifen mit ähnlicher Profiltiefe.

Sind Ganzjahresreifen eine gute Idee?

Für Wenigfahrer in milden Regionen ja, als praktischer Kompromiss. Wer aber viel fährt oder in schneereichen Gegenden unterwegs ist, fährt mit getrennten Sommer- und Winterreifen sicherer, weil jeder in seinem Bereich klar besser ist.

Kurz gesagt

Reifen wechselst du, wenn das Profil unter den sicheren Bereich fällt (Sommer ab 3 Millimeter überlegen, Winter ab 4 Millimeter), spätestens bei 1,6 Millimeter Pflicht. Auch das Alter zählt: Ab rund sechs Jahren und spätestens nach zehn Jahren gehören Reifen unabhängig vom Profil auf die Beobachtungsliste. Beim Autokauf verraten dir Profil, DOT-Nummer und Abriebbild viel über den Zustand und die Pflege des Wagens.