Alle Artikel
Kühlmittel G11, G12, G13: darf man mischen und welches wählen?
3 Min. Lesezeit

Kühlmittel G11, G12, G13: darf man mischen und welches wählen?

Kühlmittel G11, G12, G13 erklärt: was die Farben und Normen bedeuten, ob man Kühlmittel mischen darf und welches das richtige ist. Alles zur Kühlmittelwahl im Auto hier.

kühlmittelg12g13frostschutzkühlsystem

An der Tankstelle oder im Zubehörregal stehen Sie plötzlich vor einer Wand aus Kühlmittelflaschen in verschiedenen Farben: blaugrün, pink, lila, orange. Und dann noch diese Bezeichnungen G11, G12, G12+, G13. Welches ist das richtige für mein Auto, und darf ich einfach das nachfüllen, was gerade da ist? Beim Thema Kühlmittel herrscht viel Verwirrung, und das ist gefährlich, denn das falsche oder gemischte Kühlmittel kann das Kühlsystem beschädigen. Räumen wir also mit dem Durcheinander auf.

Kühlmittel besteht aus Wasser und einem Konzentrat, das zwei Aufgaben hat: Es schützt vor Frost im Winter und vor Korrosion im Kühlsystem das ganze Jahr über. Der Frostschutz ist meist Ethylenglykol, entscheidend für die Verträglichkeit sind aber die zugesetzten Korrosionsschutz-Additive. Und genau die unterscheiden sich zwischen den G-Normen.

Was bedeuten G11, G12 und G13?

Die Bezeichnungen G11, G12 und G13 stammen ursprünglich vom Volkswagen-Konzern, haben sich aber als grobe Orientierung durchgesetzt. Sie beschreiben die Art der Korrosionsschutz-Additive:

Wichtig zu verstehen: Die Farbe ist keine verlässliche Norm. Verschiedene Hersteller färben ihre Produkte unterschiedlich, und ein pinkes Kühlmittel des einen Herstellers muss nicht dasselbe sein wie ein pinkes des anderen. Verlassen Sie sich nie allein auf die Farbe, sondern auf die Freigabe.

Darf man Kühlmittel mischen?

Das ist die Kernfrage, und die kurze Antwort lautet: Nur, wenn die Additiv-Technik zueinander passt. Das Problem beim Mischen unverträglicher Kühlmittel ist, dass die unterschiedlichen Additive miteinander reagieren können. Dann bilden sich Ablagerungen oder eine schlammartige Masse, die die feinen Kanäle im Kühler und im Motor verstopft. Der Korrosionsschutz kann außerdem seine Wirkung verlieren.

Als grobe Faustregel gilt: Kühlmittel der silikathaltigen Generation (G11) verträgt sich schlecht mit den silikatfreien OAT-Kühlmitteln (G12). G12+ und die neueren Sorten sind untereinander oft, aber nicht immer verträglich. Wer sichergehen will, mischt gar nicht, sondern verwendet genau die Sorte, die der Fahrzeughersteller vorschreibt.

Welches Kühlmittel ist das richtige?

Die verbindliche Antwort steht immer in der Betriebsanleitung Ihres Autos oder auf dem Kühlmittel-Ausgleichsbehälter. Dort ist die geforderte Spezifikation angegeben, also welche Freigabe oder Norm das Kühlmittel erfüllen muss. Kaufen Sie dann ein Produkt, das genau diese Freigabe auf dem Etikett nennt, unabhängig von der Farbe.

Wenn Sie nur nachfüllen müssen und nicht wissen, was drin ist, ist es am sichersten, dieselbe Sorte nachzukaufen, die der Hersteller vorgibt. Im Notfall, wenn Sie unterwegs unbedingt nachfüllen müssen und nur destilliertes Wasser zur Hand haben, können Sie kurzfristig etwas Wasser ergänzen, sollten das System aber baldmöglichst wieder mit dem richtigen Kühlmittel im korrekten Mischungsverhältnis auffüllen lassen.

Wann und wie Sie das Kühlmittel komplett wechseln sollten, und welche Symptome auf altes Kühlmittel hindeuten, lesen Sie im Beitrag Kühlmittel wechseln: wann und welches.

Kühlmittel und Überhitzung

Falsches oder altes Kühlmittel verliert seine Schutzwirkung. Der Frostschutz kann nachlassen, und der Korrosionsschutz baut sich ab, was zu Rost und Ablagerungen führt. Verstopfte Kanäle bedeuten schlechtere Kühlung und im schlimmsten Fall Überhitzung. Deshalb ist die richtige Kühlmittelwahl nicht nur eine Frostschutzfrage, sondern hängt direkt mit der Zuverlässigkeit des ganzen Kühlsystems zusammen. Mehr zu Überhitzung und ihren Ursachen im Beitrag Kühlsystem: Überhitzung und Luft im System. Und wenn das Thermostat streikt, hilft der Beitrag Thermostat defekt: Symptome.

Beim Gebrauchtwagenkauf ein Blick lohnt sich

Beim Kauf eines Gebrauchten sagt der Zustand des Kühlmittels einiges über die Pflege aus. Öffnen Sie bei kaltem Motor den Ausgleichsbehälter und schauen Sie sich das Kühlmittel an: Ist es klar und farbig, ist das gut. Sieht es braun, trüb oder schlammig aus, wurde vermutlich schlecht gepflegt oder falsch gemischt, und das kann teure Kühlprobleme ankündigen.

Bei einer gründlichen Kaufprüfung hilft die App MotoPPI mit einer Checkliste, die auch die Kontrolle der Betriebsflüssigkeiten umfasst, und mit dem Auslesen der Fehlerspeicher über einen OBD2-Adapter, sodass temperaturbezogene Fehler nicht unbemerkt bleiben. So erkennen Sie ein vernachlässigtes Kühlsystem, bevor Sie kaufen.

Kurz gesagt

Kühlmittel unterscheidet sich vor allem durch die Korrosionsschutz-Additive, grob eingeteilt in G11 (silikathaltig), G12 (organische Säuren) und G13 (neueste Generation). Die Farbe ist kein verlässlicher Maßstab, entscheidend ist die vom Hersteller geforderte Freigabe. Mischen Sie nur, wenn die Technik verträglich ist, im Zweifel gar nicht, denn unverträgliche Kühlmittel können verschlammen und das System verstopfen. Das richtige Kühlmittel steht in der Betriebsanleitung, und wer sich daran hält, sorgt für ein langlebiges, zuverlässiges Kühlsystem.